Methodik · technische Transparenz

Wie wir deine Verbindung wirklich messen

Einem Speedtest sollte man nicht einfach glauben. Hier steht alles: gegen welche Server wir messen und warum, wie lange jede Phase dauert, wie die Endzahl berechnet wird und — vor allem — was diese Messung nicht sagen kann. Der letzte Teil fehlt fast überall, und genau er zählt, wenn du entscheiden musst, ob du dich beim Anbieter beschwerst oder den Router tauschst.

In zwei Zeilen: Der Test läuft in deinem Browser gegen die öffentliche Infrastruktur von Cloudflare, dauert insgesamt rund zwanzig Sekunden und liefert einen stabilen Wert, der über Perzentile statt über einen Mittelwert berechnet wird. Wir nutzen keine Server in den Netzen der Anbieter, denn ein Server im Netz deines Providers liefert schönere und weniger wahre Zahlen.

1. Wogegen wir messen, und warum

Der Test fragt die weltweite Infrastruktur von Cloudflare ab, verteilt über hunderte Rechenzentren. Cloudflare leitet die Anfrage an den nächstgelegenen Standort, du misst also den Weg, den du beim Surfen tatsächlich zurücklegst.

Die neutrale Infrastruktur ist der größte Unterschied zu vielen bekannten Tests, die gegen Server innerhalb des Anbieternetzes messen. Solche Server schmeicheln dem Ergebnis, weil der Verkehr das Providernetz nie verlässt: als würde man ein Auto bergab stoppen.

2. Wie lange der Test dauert

Insgesamt etwa zwanzig Sekunden:

Fest ist die Zeit, nicht die Datenmenge: auf einer langsamen Leitung werden weniger Daten übertragen, die Messung dauert aber gleich lang. Deshalb funktioniert der Test auch auf einer schlechten Mobilfunkverbindung, wo Tests mit fester Datenmenge oft aufgeben.

3. Ping und Jitter

Wir senden 12 aufeinanderfolgende Anfragen mit leerer Nutzlast und messen jede Umlaufzeit. Dann:

Zusätzlich zeigen wir einen getrimmten Mittelwert, berechnet ohne den besten und den schlechtesten Wert, als Hinweis auf die typische Latenz.

4. Download

8 Sekunden lang laden wir Nutzlasten wachsender Größe — 1, 5, 10, 25 und 50 MB — und messen den momentanen Durchsatz während die Daten ankommen, mit performance.now(). Jeder Messwert ist empfangene Bytes × 8 geteilt durch die verstrichene Zeit, in Mbit/s.

Der Endwert ist das 90. Perzentil der letzten 60% der Messwerte. Zwei Entscheidungen, zwei Gründe:

Das ist eine offengelegte, keine neutrale Entscheidung: sie liefert einen etwas optimistischeren Wert als das arithmetische Mittel derselben Messwerte. Wir sagen das lieber, als es zu verschweigen.

5. Upload

Der Upload ist der schwierige Teil, besonders mobil. 9 Sekunden lang senden wir Datenblöcke mit diesen Vorkehrungen:

Der Endwert ist das 75. Perzentil der letzten 60% der Messwerte — vorsichtiger als beim Download, weil der Upload von Natur aus stärker schwankt. Kommt kein einziger gültiger Messwert zustande, wird der Upload als nicht gemessen ausgewiesen statt geschätzt: ein fehlender Wert ist besser als ein erfundener.

6. Die Grenzen dieser Messung

Dieser Abschnitt fehlt bei fast jedem Test und ist der wichtigste. Ein niedriges Ergebnis heißt nicht automatisch, dass dein Anbieter dich betrügt: meist sitzt der Engpass zwischen Router und Endgerät, nicht zwischen Router und Welt.

7. Das Ergebnis mit dem Vertrag vergleichen

Die Zahl, für die du zahlst, ist nicht die Zahl, die du auf dem Bildschirm erwarten darfst. Im Vertrag stehen mehrere Werte, und nur einer trägt eine Beschwerde:

Sinnvoll vergleichen heißt: per LAN-Kabel messen, andere Geräte still, den Test zu verschiedenen Uhrzeiten an mehreren Tagen wiederholen und die Ergebnisse notieren.

Eine Klarstellung, die wir dir schulden: diese Messung hat keine rechtliche Wirkung. In Deutschland gibt es ein echtes Minderungsrecht, wenn die tatsächliche Geschwindigkeit erheblich von der vertraglich vereinbarten abweicht — nachzuweisen aber nur mit der offiziellen Desktop-App der Bundesnetzagentur auf breitbandmessung.de, nach dem vorgegebenen Protokoll von 30 Messungen an drei Kalendertagen. RealMbps hilft dir zu entscheiden, ob sich dieser Aufwand lohnt, und schließt vorher die häuslichen Ursachen aus. Wie das Verfahren genau abläuft, steht im Anbieter-Ratgeber.

8. Wie genau ist das

Ehrlich gesagt: wir haben keinen systematischen Vergleich zwischen RealMbps und den Werkzeugen der Regulierungsbehörden durchgeführt und veröffentlichen deshalb keine zertifizierte Fehlerspanne. Diese Zahl wäre erfunden.

Sagen können wir, wie sich die Messung verhält: unter kontrollierten Bedingungen — Kabel, nichts anderes aktiv, wiederholte Tests — sind die Ergebnisse reproduzierbar und in sich stimmig; der Download ist stabiler als der Upload, der naturgemäß stärker schwankt; und die Unterschiede zwischen zwei Durchläufen stammen fast immer aus den Faktoren in Abschnitt 6, nicht aus dem Verfahren. Wer dreimal hintereinander per Kabel misst und stark abweichende Zahlen bekommt, hat die Ursache im eigenen Netz — auch das ist eine brauchbare Information.

9. Wie du das Gesagte überprüfst

Der Testcode ist JavaScript, vom Browser geladen und nicht verschleiert. Du kannst ihn lesen:

Findest du einen Widerspruch zwischen dieser Seite und dem Code, ist das unser Fehler: sag uns Bescheid, wir korrigieren. Die Quellen der übrigen Daten stehen unter Daten und Quellen.

10. Worin wir uns unterscheiden

Bereit für deine Zahlen?

Jetzt weißt du, wie es funktioniert — und was es nicht sagen kann. Probier es aus.

Test starten →